Was ist ein Kir?

Was ist ein Kir?

Im Prinzip war der Kir bei den Weinbauern damals das, was heute Wodka Red Bull bei Hipstern ist.

Kir ist ein typischer Apéritif der ursprünglich aus Frankreich kommt. Er wird aus eher einfachem Weißwein und einem Schuss Johannisbeersirup oder Johannisbeersaft gemischt. Für diejenigen, die es härter wollen, ist die Mischung mit Johannisbeerlikör auch nicht unüblich.
Wenn man Champagner statt Weißwein nutzt, schimpft sich das Getränk Kir Royal – für Könige eben. In der Familie haben wir oftmals einen Kir aus Sekt und Johannisbeersirup gemischt, was schon echt richtig lecker ist und für mich dem Kir Royal um nichts nachsteht. Um hierarchisch korrekt zu bleiben müsste man den Cocktail dann wohl Kir Baron nennt.

Ursprünglich kommt die Idee zum Kir aus der Bourgogne in Frankreich. Im Prinzip war der Kir bei den Weinbauern damals das, was heute Wodka Red Bull bei Hipstern ist. Der Bürgermeister von Dijon, Félix Kir (1876-1968), dachte sich irgendwann „Ouh, das Zeug schmeckt relativ gut, also machen wir‘s doch mal zum Szenegetränk“. Im Folgenden erklärte er den Kir kurzerhand zum offiziellen Getränk der Bourgogne und fortan wurde Kir bei offiziellen Anlässen ausgeschenkt. Tatsächlich war der gute Herr Kir schon ein Schlitzohr, denn wie der Zufall so will war die Bourgogne ein wichtiges Anbaugebiert für schwarze Johannisbeeren.

So kommt es, dass ein historisch korrekter Kir eigentlich ein Gemisch Bourgogne Aligoté mit einem Schuss Crème de Cassis ist, welche natürlich auch aus der Bourgogne stammen muss.
In Deutschland ist der Kir, aus welchem Grund auch immer, kaum präsent. Völlig zu Unrecht, aber mach dir am besten dein eigenes Bild.

 

Foto 05.09.16, 16 27 41 Autor: Alex

Profil
aktueller Alltagswein:
Rot: Jülg Spätburgunder „Kalkmergel“ 2013
Weiss: Weissburgunder Goldkapsel von Ellermann Spiegel
aktueller Lieblingswinzer:
Domaine Ninot, Bourgogne / Ellermann Spiegel, Pfalz

Weintipps von Alex

 

One Reply to “Was ist ein Kir?”

  1. Vollständigskeitshalber sollte erwähnt werden, dass nebst seinem Bürgermeisteramt Felix Kir auch „Chanoine“ (= Kanoniker, auch Stiftsherr oder Chorherr genannt) war. Er war recht pragmatisch und nahm gelegentlich Aufgaben der Stadtpolizei wahr. So konnte man ihn bis Anfang der 60-er Jahre mitten in einer Strassenkreuzung von Dijon den Autoverkehr regeln.
    Mit ihm einen „Kir“ geniessen war ein Erlebnis!
    (aus dem Leben gegriffen, Anfang 60-er Jahre)

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