Domaine Ninot Mercurey Premier Cru Les Crêts 2013

Domaine Ninot Mercurey Premier Cru Les Crêts

Bourgogne rockt!

In Deutschland ist das irgendwie seltsam. Hierzulande wird echt viel Rotwein angebaut, aber wenn er denn mal wirklich richtig gut sein soll, darf es auch gerne 30€ aufwärts sein. Bei Verkostungen denke ich mir oftmals insgeheim, „Ok, der kostet jetzt 35€ die Flasche, aber das bekäme ich in Frankreich locker für einen 10er weniger“. Ich möchte kein falsches Bild zeichnen: viele Gegenden in Frankreich sind völlig überhyped und entsprechend überteuert. Wenn man sich aber abseits des Mainstreams ein wenig umschaut, findet man hier und da einen Rohdiamanten, auch in überteuerten Weingegenden. So geschehen im Burgund bei der Domaine Ninot.

Kürzlich war ich dort mit Papa und Oslo zu einer kleinen Weinprobe, als wir auf dem Weg nach Südfrankreich waren. Im Vorfeld habe ich mich eher zufällig angemeldet, da wir auf der Durchreise waren und wissen wollten, ob mittags überhaupt jemand da ist. Im Nachhinein erzählte uns der Winzer, dass er normalerweise niemanden ohne vorherige Anmeldung rein lässt. In Deutschland kaum vorstellbar, ist dies eine nicht unübliche Bourgogne-Arroganz, die man vor allem bei den „besseren“ Domaines wiederfindet.

Mercurey Premier Cru Les Crêts vor Ort

Das ist verständlicherweise nicht jedermanns Sache, aber die Weine entschädigen für jegliche Unannehmlichkeit. In jüngeren Jahrgängen hat mich vor allem der Mercurey Premier Cru Les Crêts 2013 beindruckt. Super dicht, dieser Hauch von Holz und schmeckt einfach schon kurz nach der Abfüllung reif, nein fast schon alt. Trotzdem ist er überhaupt nicht wuchtig, im Gegenteil: er kommt sehr fein und mit Liebe zum Detail daher. Abgerundet wird der Wein durch reife Kirschen, die permanent im Mund mitschwingen. Absoluter Wahnsinn. Ich habe deutschlandweit in diesem Preissegment noch nichts Vergleichbares getrunken – und zwar wirklich gar nichts.

Die Bourgogne hat’s einfach drauf mit Pinot Noir. Woran das liegt kann ich nur mutmaßen: Klima, Boden oder vielleicht einfach nur die Tatsache, dass sie sich bei Rotwein nur auf Spätburgunder konzentrieren? Es ist und bleibt aktuell mein liebstes Anbaugebiet überhaupt. Bourgogne rockt!

 

10brilliant

Preis: ca. 22 EUR
Land: Frankreich
Region: Burgund / Bourgogne
Rebsorte: Spätburgunder / Pinot Noir
passender AnlassSommerwein
passende Mahlzeit: Salat, rotes Fleisch, Pasta

 

Foto 05.09.16, 16 27 41 Autor: Alex

Profil
aktueller Alltagswein:
Rot: Jülg Spätburgunder „Kalkmergel“ 2013
Weiss: Weissburgunder Goldkapsel von Ellermann Spiegel
aktueller Lieblingswinzer:
Domaine Ninot, Bourgogne / Ellermann Spiegel, Pfalz

Weintipps von Alex

 

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