Spätburgunder X 2013 vom Weingut Hagenbuch und Söhne

Hagenbuch und Söhne Spätburgunder x

Eigentlich darf man niemandem erzählen, wie gut dieser Wein schmeckt.

Manchmal meint es das Schicksal gut mit mir, so auch in diesem Fall. Durch einen absoluten Zufall und völlig unerwartet bin ich zu diesem Spätburgunder vom Weingut Hagenbuch und Söhne gekommen. Aber das ist eine andere Geschichte und würde den Rahmen sprengen.

Kommen wir zum eigentlichen Thema, dem Spätburgunder X. Alex hatte mal in einem seiner Artikel geschrieben, Marketing sei etwas für Tütenweinerzeuger. Hätte ich mal auf ihn gehört, dann hätte ich nicht so lange mit dem Öffnen dieser Flasche gewartet.
Es hat nämlich etwas gedauert, bis ich mir gesagt habe: „Ach komm, heute machst du sie auf.“ Warum? Nun ja, sagen wir es so, die Flasche und das Etikett sind nicht unbedingt sexy. Ich habe also keinen grandiosen Wein erwartet, war aber trotzdem neugierig.

Nachdem ich mir ein Glas einschenkte, schaute ich ins Glas und dachte mir: „Was soll schon schiefgehen?“ Also hielt ich die Nase rein und schnupperte, um zu erfahren, was da auf mich zukommt.

Ungelogen, ich bin fast rückwärts vom Stuhl gefallen, als mir der intensive Duft in die Nase stieg. Eine Mischung aus Kirschen und Pflaumen tanzte auf engstem Raum und eng umschlungen mit meinem Geruchssinn Samba. So ein intensives Duftspiel ist mir wohlbekannt, aber ich hätte es nie und nimmer in dieser Flasche erwartet. Umso größer war meine Freude darüber.

Hagenbuch und Söhne Spätburgunder X

Action in der Nase heißt noch lange nicht Action am Gaumen, das wissen wir inzwischen ja. Deshalb blieb noch ein bisschen Restskepsis vor dem Trinken. Wir reden immerhin von einem verhältnismäßig günstigen Wein, da gibt es doch Grenzen des Machbaren.

Mit der Sicherheit, am Ende Recht zu behalten, setzte ich zum ersten Schluck an. Just in dem Moment, als der Spätburgunder X meine Zungenspitze berührte, wusste ich, dass ich mit meiner Einschätzung Lichtjahre daneben lag. Dieser Wein ist ein riesen Skandal und das im positiven Sinne. Ich wollte aufschreien vor Glück, so lecker war das Zeug.

Das Versprechen an die Nase hat der Spätburgunder X eindeutig gehalten. Im Mund kam zu den Kirsch- und Pflaumenaromen noch eine super angenehme und perfekt darauf abgestimmte Holznote hinzu. Der Geschmack blieb ewig und kitzelt den Gaumen mit einer leichten Würze.

Ohne Mist, ich musste sofort nochmal nachschauen, wieviel eine Flasche von diesem Wein kostet. Ich hatte etwas mit knapp 15€ in Erinnerung, hielt das bei dem Geschmackserlebnis jedoch für ein absolutes Schnäppchen und wollte mich einfach vergewissern. Als ich den Preis sah, musste ich lächeln: 12,50€. In meinen Augen geschenkt.

Auch wenn nicht jeder gerne mehr als 10€ für eine Flasche Wein ausgibt, hier sollte man zuschlagen. Ich habe schon einige vergleichbare Weine getrunken, doch diese kosten locker 5-10€ mehr. Das Preis- Genussverhältnis bei diesem Spätburgunder ist meiner Meinung nach phänomenal.

Hier geht es direkt zum Weingut Hagenbuch und Söhne.

9hervorragend

Preis: ca. 12,50 EUR

Land: Deutschland
Region: Pfalz
Rebsorte: Spätburgunder
passender Anlass:
Winterwein, romantischer Abend, Familie beeindrucken
passende Mahlzeit: Pasta, rotes Fleisch

 

Corkbordell Balazs Autor: Balazs

Profil

aktueller Alltagswein: Jülg Spätburgunder „Kalkmergel“ 2013
aktueller Lieblingswinzer: Weingut Jülg / Pfalz

Weintipps von Balazs

 

Schreibe einen Kommentar

*